Mückenplage an der Wolga

Mückenplage im WolgadeltaWas in Odessa noch wie feine Haarrisse aussah, entpuppt sich in Wolgograd als schwerwiegender Felgenbruch. Etwas ratlos wegen des schwächelnden Materials starten wir von dort also nicht nur mit neuen Speichen an Christians Hinterrad, sondern auch mit der besten Felge, die der recht gut sortierte „Bike“-Laden hier zu bieten hat. Wir folgen nun der Wolga, die derzeit Hochwasser führt. Obwohl die alljährliche, zwei Wochen andauernde Mückenplage erst bei sinkendem Wasserpegel Anfang Juni einsetzen soll, riskieren wir schon jetzt mit jeder Radlpause Stiche, die tagelang jucken.

Steppenlandschaft vor AstrachanJe nachdem, wie nah die Straße dem teils 30 Kilometer breiten Flusslauf von Wolga und Achtuba kommt, durchfahren wir auf dem Weg nach Astrachan entweder üppig grünen Wald mit Weiden, Akazien und Schilfgebieten oder braune Steppe mit dürren Gräsern, intensiv duftenden Kräutern und den für mittelasiatische Trockenregionen typischen Saxaul-Büschen. Die Sonne gewinnt nun rapide an Kraft. Sobald sie scheint, herrscht eine für uns ungewohnte, belastende Hitze. Mittlerweile freuen wir uns über die angenehm kühlenden Gewitterschauer – ideal, um unsere Körper auf die extremen Verhältnisse in Kasachstan und in der Taklamakan-Wüste vorzubereiten.

WolgadeltaFast eine Woche früher als erwartet treffen wir in Astrachan ein und befinden uns damit nur noch eine halbe Tagesetappe von der kasachischen Grenze entfernt. Da unsere Kasachstan-Visa erst ab dem 1. Juni gelten, legen wir in dieser multikulturellen Stadt mit über 100 unterschiedlichen Volksgruppen eine längere Pause ein. Einmal mehr versetzen uns die Russen hier in Staunen: So streng, ernst, ja abschreckend mürrisch ihr Blick anfangs auf uns wirken mag – viele bringen uns eine großzügige Gastfreundschaft und Herzlichkeit entgegen, die uns beinahe beschämt: Ivan, der Rennradler, und Volodia, der Fischer, zeigen uns ihr „Fischerland“, das Wolgadelta mit seinen vielfach verzweigten Flussarmen, Sumpfgebieten und Schilfzonen. Olga, die Direktorin der Universität für Eisenbahntechnik, bringt uns in der Uni-Krankenstation unter, wo uns ihre Tochter Anna und das Wachpersonal mit Torte und Tee verwöhnen. Wir fühlen uns wohl in Astrachan!

(nach einer Aufzeichnung von Annette Kniffler)

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